BU 01 Team VISION KIRCHENMUSIK: Ulf Pankoke, Franziska Woite, Elke Schroedel, Josephine Werth, Silke Lindenschmidt (v.l.n.r.). Bild: VISION KIRCHENMUSIK

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Auftaktveranstaltung von VISION KIRCHENMUSIK in Hessisch Oldendorf

Modellprojekt VISION KIRCHENMUSIK wird bis 2018 verlängert

27. Feb 2017 | Pressemitteilung

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers verlängert VISION KIRCHENMUSIK, das bundesweit einzigartige Modellprojekt zur Kirchenmusikvermittlung, um zwei Jahre bis Ende 2018. Über 100 Musikvermittlungsveranstaltungen haben die Projektleiter Silke Lindenschmidt und Ulf Pankoke mit ihrem Team seit Herbst 2014 in Kooperation mit kirchlichen und weltlichen Projektpartnern in der gesamten Hannoverschen Landeskirche konzipiert und durchgeführt. Konzerte, Gottesdienste, Aktionen im öffentlichen Raum, Seminare und Tagungen, Schul- und Kindergartenprojekte, Mentoring-Angebote für Kirchengemeinden und Lehrveranstaltungen an verschiedenen Hochschulen wurden ergänzt durch eine intensive Netzwerkarbeit in der Landeskirche und innerhalb der niedersächsischen Kulturlandschaft.

Arend de Vries, geistlicher Vizepräsident im Landeskirchenamt der Landeskirche sagt: „Die große Resonanz auf die Angebote von VISION KIRCHENMUSIK bei Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern in der Landeskirche und in der Musikszene überhaupt ist beeindruckend. Über die vielen dezentralen Angebote ist es gelungen, Musikvermittlung in die Fläche der Landeskirche zu tragen und so gerade junge Menschen für Kirchenmusik zu begeistern. Ich freue mich, dass diese zukunftsweisende Arbeit jetzt fortgeführt wird.“ Ziel von VISION KIRCHENMUSIK ist es, neuen Personenkreisen Zugänge zu Kirchenmusik zu eröffnen. Dabei geht es nicht nur darum, Zuhörerinnen und Zuhörer für hochkulturelle Konzert-Angebote zu gewinnen, sondern auch Mitwirkende, die sich als Musizierende und Leitende in der Kirchenmusik engagieren. Musikvermittlung trägt dazu bei, Nachwuchs für die Kirchenmusik zu gewinnen und damit gezielt die (kirchen-)musikalische Breitenarbeit zu stärken. In der Hannoverschen Landeskirche ist dabei der ländliche Raum von besonderer Bedeutung. Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker sind hier wichtige Akteure im Bereich der kulturellen Bildung. „Mit VISION KIRCHENMUSIK ist es gelungen, für einen wichtigen Teil des Musiklebens in Deutschland – der Kirchenmusik – einen landesweit starken Impuls zu setzen. VISION KIRCHENMUSIK stiftet mit seiner Dynamik zur Reflexion und zur Veränderung an und verbindet dabei einmalig die Qualifizierung von Profis und Laien. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers schafft hier nachhaltige Strukturen, die den gesellschaftlichen Wandel begleiten und aktiv gestalten. Damit steht sie dem Trend zur punktuellen Projektstruktur entgegen und setzt neue Qualitätsstandards in der Musikvermittlung und deren Förderung.“, sagt Lydia Grün, Geschäftsführerin des netzwerk junge ohren. „Das netzwerk junge ohren freut sich daher umso mehr, VISION KIRCHENMUSIK auch in den nächsten beiden Jahren als aktiver Partner begleiten zu dürfen.“

Der Großteil der Projekte, die VISION KIRCHENMUSIK seit 2014 durchgeführt hat, entstand durch Anfragen von Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern, Kirchenkreisen und Kirchengemeinden. Dabei nimmt VISION KIRCHENMUSIK bewusst die ganze Vielfalt der Kirchenmusik in den Blick von Alter Musik und klassischem Choral über Jazz, Gospel und Pop bis zu experimenteller Musik. Exemplarisch dafür stehen Schulprojekte, die Kindern und Jugendlichen eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit Kirchenmusik ermöglichen, z.B. mit geistlichen Werken wie dem „War Requiem“ von Britten oder dem „Messiah“ von Händel. Bei der künstlerischen Spurensuche KLANGRADAR – VISION KIRCHENRÄUME, einem interreligiösen Kompositionsprojekt, entdeckten Schülerinnen und Schüler über das experimentelle Komponieren Sakralräume verschiedener Religionen. Darüber hinaus wurden Formate für die Musikvermittlung im öffentlichen Raum weiterentwickelt wie die lebendige Jukebox im umfunktionierten Bauwagen oder die interaktive Glockeninstallation. Erforscht wurden auch neue Konzert- und Gottesdienstformen, die Kirchenmusik auf besondere Weise erlebbar machen. Auf große Resonanz stieß auch das Projekt „Heimspiel“: Ehrenamtliche initiierten im ländlichen Raum Wohnzimmer-Konzerte von kirchlichen Chören und Ensembles.

Aktuell ist das Team von VISION KIRCHENMUSIK verantwortlich für die inhaltliche Gestaltung und Organisation des Rahmenprogramms von zwei großen Konzertprojekten: Bei PASSIO Penderecki 2017 wird an drei Orten in Niedersachsen (Hannover, Lüneburg, Emden) die Lukaspassion von Krzysztof Penderecki aufgeführt, ein Schlüsselwerk der Neuen Musik. Projekte an Schulen, Werkeinführungen, ein Licht- und Klangparcours im öffentlichen Raum und weitere Aktivitäten begleiten dieses besondere musikalische Ereignis. Unter der dem Motto „Ein Fest für Martin Luther“ gibt das Ensemble Capella de la Torre, Echo Klassik-Preisträger 2016, jeweils in Kooperation mit örtlichen Kirchenchören Konzerte in ganz Niedersachsen. „Wir wünschen uns, dass das Potenzial von Kirchenmusik als Kultur- und Bildungsträger weiter ausgeschöpft wird. In Kirchenmusik zu investieren heißt, in die Zukunft von Kirche zu investieren und dabei gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur musikalischen Hochkultur wie auch zur Stärkung der Breitenarbeit zu leisten“, beschreiben die Projektleiter Silke Lindenschmidt und Ulf Pankoke die Intention für die kommenden Jahre.

VISION KIRCHENMUSIK ist ein Projekt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Gefördert wird VISION KIRCHENMUSIK von der Klosterkammer Hannover, der Hanns-Lilje-Stiftung, der Stiftung Niedersachsen, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Sparkasse Hildesheim und den VGH Versicherungen. Kooperationspartner sind das netzwerk junge ohren, die Evangelische Kirche in Deutschland und das Musikland Niedersachsen.

Weitere Stimmen von Wegbegleitern, Förder- und Kooperationspartnern

„Wir haben VISION KIRCHENMUSIK gerne unterstützt, weil wir von seinem innovativen Vermittlungsansatz zur pädagogischen und künstlerischen Musikvermittlung überzeugt sind. Auch für die Zukunft wünschen wir viel Erfolg, begeisterte TeilnehmerInnen und bewegende Konzerterlebnisse!“ Dr. Sabine Schormann, Stiftungsdirektorin, Niedersächsische Sparkassenstiftung

„Bei Vision Kirchenmusik handelt es sich um ein Modellprojekt zur kirchenmusikalischen Arbeit, das uns durch seine inhaltliche Qualität, den Aspekt der Vermittlung an junge Menschen und den innovativen Charakter überzeugt hat. Den Verantwortlichen mit ihren Netzwerken trauen wir zu, auch distanzierte Menschen zu begeistern.“
Hans-Christian Biallas, Präsident der Klosterkammer Hannover.

„Aus Sicht der EKD ist die Verlängerung des Projektes VISION KIRCHENMUSIK ein Glücksfall, weil hier eine vorbildliche Arbeit geschieht. Die Projektverantwortlichen leben modellhaft vor, wie die Kirchenmusik der Zukunft aussehen kann: Als Partnerin kirchlicher, gesellschaftlicher und kultureller Player, die stilistisch offen ist für J.S. Bach, aber auch für Pop, Rock und Jazz. Eine so verstandene Kirchenmusik hat die Kraft, Menschen von der Kindheit bis zum Alter zu begleiten und innerlich zu berühren.“
Oberkirchenrat Dr. Stephan Goldschmidt, Referent für Gottesdienst und Kirchenmusik im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

“Mich beeindruckt die stilistische Bandbreite von VISION KIRCHENMUSIK ebenso wie die Vielfalt der Formate, die dort entwickelt und begleitet wird. Besonders aber schätze ich die Nachhaltigkeit: Nicht der einmalige Event (den es zweifellos auch geben muss!) steht für mich im Vordergrund, sondern das beispielhafte Angebot an der Basis, das dokumentiert wird und grundsätzlich reproduzierbar ist. Auf diese Weise qualifiziert VISION KIRCHENMUSIK viele Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker dazu, durch Musikvermittlung beizutragen zu einer vielfältigen, zukunftsfähigen Kirchenmusik, die die Menschen erreicht.”
Hans-Joachim Rolf, Landeskirchenmusikdirektor der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

„Das Besondere an VISION KIRCHENMUSIK ist die Verbindung von hohem künstlerischem Anspruch auf der einen und Praxisnähe auf der anderen Seite. Die Zugänge sind frisch und unverbraucht, sie machen Lust auf neue musikalische Zugänge zu Glaube und Kirche. Ich wünsche dieser zukunftsweisenden Arbeit, dass der Projektstatus alsbald aufgegeben und Musikvermittlung zu einer fest implementierten Größe in der Landeskirche wird. VISION KIRCHENMUSIK könnte auch in Zukunft Musikschaffende und Gemeinden bei innovativen Prozessen begleiten, in denen Musik auf neuartige, buchstäblich „un-erhörte“ Weise zu den Menschen kommt.“
Prof. Dr. Jochen Arnold, Direktor des Zentrums für Gottesdienst und Kirchenmusik im Michaeliskloster Hildesheim

Pressekontakt

Benjamin Simon-Hinkelmann / Öffentlichkeitsarbeit VISION KIRCHENMUSIK
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