STIMMSPUREN

STIMMSPUREN

EINE INTERAKTIVE KLANGINSTALLATION

Seit Jahrhunderten singen Menschen in Kirchen und Kapellen. Ihre Stimmen füllen den Kirchraum – laut und überschwänglich, leise und behutsam, selbstbewusst, ergriffen, auch vorsichtig und suchend. Sie singen von Freude und Trauer, Lob und Dank, Leid und Zuversicht in Liedern, Chorälen, Psalmen und großen Werken. Ein ewiger Gesang, der Spuren aus allen Zeiten im Gedächtnis der Räume abgelegt.

Die interaktive Klanginstallation STIMMSPUREN wird Teil dieser Geschichte und macht den ewigen Gesang hörbar. Für ein paar Wochen sind Menschen eingeladen, mitzusingen und mit ihrer Stimme eine kleine persönliche akustische Spur zu hinterlassen. So entsteht in der Gemeinschaft ein vielschichtiger Klangraum, in dem sich die vielen einzelnen Stimmspuren zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Es gibt ein Davor und ein Danach. Das eigene Singen nimmt Bezug auf die vorhandenen Klänge und prägt gleichzeitig zukünftige Spuren. Die Besucher treten in Beziehung zueinander, ergänzen sich harmonisch oder begegnen sich kontrastreich. Sie nehmen sich wahr und reagieren aufeinander: Was höre ich? Was möchte ich hinzufügen? Was ist schon da und was fehlt mir noch für den Gesamtklang?

Der Raum erinnert sich. In der Kapelle steht ein Mikrophon bereit, das die einzelnen Beiträge aufzeichnet. Die eigene Stimmspur wandert anschließend durch den Raum und wird an verschiedenen Stellen des Kirchraums hörbar. Sie fügt sich in den Gesamtklang ein und vermischt sich mit den Stimmen der Anderen. Der Zufall bestimmt dabei, welche Stimmen sich begegnen, sich überlagern und zum gemeinsamen Klang finden.

STIMMSPUREN wagt das Experiment einer unvorhersehbaren, mehrwöchigen Klanginstallation, die vor Ort erst entsteht und kollektiv gestaltet wird.

Nach der Premiere im September 2017 in St. Michaelis Lüneburg waren die STIMMSPUREN zu Gast in der Evangelischen Akademie Loccum und der Lutherkirche Leer. 2019 kann man die interaktive Klanginstallation im Rahmen der Internationalen Orgelwoche Nürnberg (ION) und der chor.com in Hannover erleben.

Konzept & Realisierung: Ulf Pankoke
Co-Konzept & Programmierung: Jens Schmidt