
PASSIO PENDERECKI
PASSIO PENDERECKI
VISION KIRCHENMUSIK hat ein Rahmenprogramm entwickelt, das in Vorbereitung auf die drei großen Konzertabende mit unterschiedlichen Musikvermittlungsformaten Zugänge zum außergewöhnlichen Werk von Penderecki bot. Werkeinführungen, Themengottesdienste, Kunstaktionen und interdisziplinäre Schulprojekte luden ein, sich auf vielfältige Weise mit dem komplexen Werk und seinen Themen vertraut zu machen.
Schulprojekte
Viele Schulen in Lüneburg, Hannover, Hildesheim, Aurich und Emden haben sich am Musikvermittlungsprogamm von VISION KIRCHENMUSIK zur Lukaspassion beteiligt – darunter sechs Gymnasien, eine Integrierte Gesamtschule, eine Förderschule und eine Musikschule. Interdisziplinär beschäftigten sich rund 400 Schülerinnen und Schüler im Unterricht und an speziellen Fachtagen mit der Lukaspassion von Krzysztof Penderecki.
Neben den Werkeinführungen, die an allen Schulen stattfanden, haben die Klassen und Kurse individuelle Formate der Auseinandersetzung mit dem Werk von Krzysztof Penderecki gewählt: Experimente mit Pendereckis Kompositionstechniken, Gegenüberstellung mit anderen Passionen, Produktion von Videos und Remixe von Ausschnitten der Lukaspassion, Annäherung an die Passionsthematik über Bildende Kunst oder auch die journalistische Begleitung des großen Konzertprojekts als „Junge Reporter“.
Am 6. April haben sich die teilnehmenden Schulen in der Kreuzkirche Hannover die vielfältigen Arbeitsergebnisse gegenseitig vorgestellt. Im Anschluss gab es für die Schülerinnen und Schüler die exklusive Möglichkeit, an der nicht-öffentlichen Generalprobe zur Lukaspassion in der Marktkirche Hannover teilzunehmen. Dort erlebten Sie den Probenprozess der über 200 Mitwirkenden und den ersten Durchlauf des spektakulären Passionsoratoriums.
Werkeinführungen
Die Einführungsabende zur Lukaspassion stellten Krzysztof Penderecki und seine kompositorische Entwicklung vor. Sie gaben Einblicke in die Entstehungszeit und vermittelten Hintergrundinformationen zum außergewöhnlichen Werk. Im Vortrag mit Hörbeispielen, Bildern und Livemusik informierten Kirchenmusikdirektor Joachim Vogelsänger (St. Johannis Lüneburg) und Ulf Pankoke, Projektleiter VISION KIRCHENMUSIK, über Inhalt, Aufbau und textliche Grundlage der Lukaspassion, sowie über die musikalischen Stilmittel, die Tradition und Avantgarde vereinen.
Licht- und Klangparcours
Vier Wochen lang vor dem Konzert lud der PASSIO Licht- und Klangparcours ein, die Lukaspassion auf ungewöhnliche Weise im öffentlichen Raum kennen zu lernen: Zehn markante Orte Emdens traten in den Dialog mit dem Oratorium von Krzysztof Penderecki, der Lichtkunst von Nikola Dicke und den von Superintendent Burghard Klemenz ausgewählten Worten.
Der künstlerische Spaziergang durch Emden wurde begleitet mit einem Onlineguide, der per QR-Code Klangbeispiele, Bilder und Hintergrundinformationen an den einzelnen Stationen bereithielt und über Smartphone oder Tablet abrufbar war. Dem Eröffnungsspaziergang mit rund 100 Gästen am 14. März ging eine exklusive Preview für Emder Konfirmandinnen und Konfirmanden voraus. Als weitere Angebote folgten zwei geführte Abendspaziergänge mit der Lichtkünstlerin Nikola Dicke, Superintendent Burghard Klemenz und Silke Lindenschmidt, Projektleiterin von VISION KIRCHENMUSIK. Ein besonderes musikalisches Erlebnis war auch das Glockenspiel auf dem Emder Rathaus, das täglich um 19 Uhr den abendlichen Parcours mit Klängen der Lukaspassion einläutete.
Der PASSIO Licht- und Klangparcours ist ein Projekt von VISION KIRCHENMUSIK in Zusammenarbeit mit der Hochschule Emden-Leer und dem Kirchenkreis Emden-Leer. Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Emden, dem Kulturbüro Emden und der Spedition Nanno Janssen.
Ausstellung „Sieben Kreuze zu den letzten Worten“
Sieben Kreuze zu den letzten Worten“ nennt der Flensburger Bildhauer und Maler Uwe Appold seinen Passionszyklus, der in den Jahren 1999/2000 entstand und im Rahmen des PASSIO-Projektes eine beeindruckende künstlerische Hinführung zu den Themen der Lukaspassion bot.
Die großformatigen Bildwerke zeichnen sich durch stark aufgetragene Farboberflächen aus, in die letzte Worte Jesu eingraviert sind. Neben Acrylfarben und Sand werden Textilien in Form eines zerrissenen Hemdes auf Leinwand verwendet. Die Bildformate beziehen sich auf das historisch verwendete Tau-Kreuz als Entsprechung für den hebräischen Buchstaben taw in der Form eines Kreuzes. In St. Johannis Lüneburg stellt der Künstler neben den sieben Kreuzen zu den letzten Worten erstmalig auch die Vorstudien auf Papier aus, die seinem Zyklus voran gegangen sind.
Unter dem Titel „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ leitete Uwe Appold zwei Workshops für Jugendliche, die sich mit Mitteln der Bildenden Kunst der Passionsthematik annähern. Nach dem Auftakt mit dem Kunstleistungskurs des Johanneums folgte ein zweiter Kurs mit Schülerinnen und Schüler der Johannes-Rabeler-Schule. Die Arbeitsergebnisse der Schülerinnen und Schüler wurden den Werken von Uwe Appold in St. Johannis als Dialogausstellung gegenüberstellt.
Themengottesdienste
In den Gottesdiensten wurden zentrale Themen der Lukaspassionen aufgegriffen, theologisch interpretiert und in Wort, Bild und Musik sinnlich erfahrbar gemacht.
So entstand in der Kulturkirche Martin-Luther Emden gemeinsam mit Pastor Christoph Jebens, Jörg-Volker Kahle, Redakteur der Emder Zeitung und Lektor, und Silke Lindenschmidt, Projektleiterin VISION KIRCHENMUSIK, ein Musikgottesdienst, der Ausschnitte der Passionsgeschichte in einer Collage aus Bibellesung, Klängen der Lukaspassion, Erläuterungen zur Musik, theologischen Gedanken und liturgischen Elementen inszenierte.
In der St. Johanniskirche Lüneburg griffen zwei Kunstgottesdienste von Superintendentin Christine Schmid und Pastor Ingo Reimann die Dialogausstellung mit den „Sieben Kreuzen zu den letzten Worten“ von Uwe Appold und den Werken von Schülerinnen und Schülern der Johannes-Rabeler-Schule und des Gymnasiums Johanneum Lüneburg auf.