Schülerinnen und Schüler komponieren zur Lukaspassion

Was ist meine musikalische Antwort zur Lukaspassion? Wie kann ich Ideen, Gefühle, mein Wissen über ein großes Werk der Neuen Musik in eigene Klänge übersetzen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der kreativen Beschäftigung mit Klängen, durch die Kinder und Jugendliche an Neue Musik und große kirchenmusikalische Werke herangeführt werden.

Zur Aufführung der Lukaspassion von Krzysztof Penderecki 2017 entwickelte VISION KIRCHENMUSIK ein Response-Projekt für Schulen. Kinder und Jugendliche aller Klassenstufen und Schulformen begegnen zeitgenössischer Musik und antworten darauf mit eigenen Improvisationen und Kompositionen.

Im Laufe von sechs Themenblöcken für den Musikunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler zunächst die Hintergründe und Ausdrucksmittel der Lukaspassion kennen. Über Pendereckis Werk bekommen Sie Einblick in die Musik des 20. Jh. mit ihren ganz eigenen Form- und Strukturprinzipien. Durch Experimente und Übungen werden die Schüler langsam an musikalische Erfindungsaufgaben herangeführt. Im Laufe einer Arbeitsphase entwickeln Sie ein eigenes Stück, das dann in einem Abschlusskonzert vorgestellt wird. Den Schulen wird im Anschluss der Besuch einer Generalprobe der Lukaspassion von Krzysztof Penderecki ermöglicht.

Details

Größere Werke der Musikliteratur werden im Musikunterricht meistens nur interpretatorisch behandelt. Die Schüler hören sich ein Stück an, diskutieren darüber oder probieren es im Schulorchester aus. In diesem Projekt wird die Werkbetrachtung Ausgangspunkt von eigenen Kompositionen und erweitert so das aktive Lernfeld der Schüler.

„Wahrscheinlich hätte ich solche Musik nie selber gehört. Am Anfang konnte ich auch nicht viel damit anfangen. Aber mit der Zeit hat sie mich voll berührt. Ich kann die Geschichte jetzt in der Musik hören, denn die Stilmittel passen total gut, um sie darzustellen.“ meinte eine Schülerin nach Ende dieses Projektes.

Die Response-Methode wurde zu Beginn der 80iger Jahre in England von Richard McNicols entwickelt. Ausgehend von der Überzeugung, dass Neue Musik auch Menschen etwas sagen kann, die noch nie einer solchen Komposition begegnet sind, suchte er nach neuen Wegen, ein breites Publikum zu erreichen. Grundidee ist, in Konzerten nicht nur über Musik zu reden, sondern Kinder und Jugendliche in einen echten Dialog mit den Kompositionen zu bringen, indem sie eigene Musik komponieren und aufführen.

Wichtig für den künstlerischen Teil ist, dass die Kinder und Jugendlichen in Ihren Werken ernst genommen und Ihre Kompositionen als eigenständige, musikalisch-ästhetische Standpunkte wahrgenommen werden. So erweitert und stärkt das Projekt den eigenen ästhetischen Erfahrungshorizont der Schülerinnen und Schüler.

Das Projekt wird begleitet durch externe Berater, die in die Schule kommen, um die Arbeit durch Anregungen und Impulse zu unterstützen. Auf Anfrage vermitteln wir gerne den Kontakt zu geeigneten Fachkräften.

Der Lehrkraft für Musik steht für die Unterrichtsvorbereitung ein ausführlicher Leitfaden als Themenheft zur Lukaspassion von Krzysztof Penderecki zur Verfügung. Darin finden sich Materialien zu religions- und musikgeschichtlichen Hintergründen und zahlreiche Vorschläge zur Unterrichtsgestaltung.

Die Idee „Schüler Komponieren zur Lukaspassion“ war Teil eines umfassenden, interdisziplinaren Begleitprogrammes zur Aufführung der Lukaspassion von Krzysztof Penderecki 2017. Rund 400 Schüler aus Lüneburg, Hannover, Hildesheim, Aurich und Emden haben sich am Musikvermittlungsprogamm zur Lukaspassion beteiligt. Neben den Werkeinführungen, die an allen Schulen stattfanden, haben die Klassen und Kurse individuelle Formate der Auseinandersetzung mit dem Werk gewählt: Experimente mit Pendereckis Kompositionstechniken, eine Gegenüberstellung mit anderen Passionen, die Produktion von Videos und Remixen von Ausschnitten der Lukaspassion, eine Annäherung an die Passionsthematik über Bildende Kunst (LINK) oder auch die journalistische Begleitung des großen Konzertprojekts als „Junge Reporter“ (LINK).

Zielgruppe

Schüler und Schülerinnen ab 12 Jahren

Beteiligte

Partnerschule/n und Lehrkräfte für Musik
Künstlerische Leitung im Bereich Komposition
Projektleitung
ggf. fachliche Beratung

Zeitrahmen

Vorbereitung: ca. 1 Jahr Vorlaufzeit
inhaltliche und organisatorische Konzeption
Akquise von Schulen
Drittmittelakquise, Kommunikationsplanung
Vorbereitungsgespräche mit den beteiligten Lehrkräften und Komponisten

Durchführung: ca. 3 Monate
Musikunterricht im Klassenverband
Coaching und kontinuierliche Begleitung der Unterrichtsteams
mediale Begleitung mit Film und Foto
begleitende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Abschlusskonzert
Generalprobenbesuch der Lukaspassion

Nachbereitung: ca. 4 Wochen
Evaluation der Beteiligten
Abrechnung und Abschlussbericht für die Förderer

Links

Homepage PASSIO
www.passio2017.de

Support für Mitglieder der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

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  • und ggf. Projektbegleitung vor Ort.

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